cat_proph
- Details
- Written by: Famulus
- Category: cat_proph
War Jesus Gott? Theologisch wird zwischen Jesus und Christus unterschieden, wobei oft auch Jesus Christus als eine einzige Person gesehen wird. Nun – mit Jesus wird meist die historische, als Mensch lebende Person verstanden und mit Christus meint man den verklärten Jesus d.h. die nach der Auferstehung mit Gott vereinte Seele, die vormals in Jesus gelebt hat. Soweit ist alles noch recht verständlich - der richtige Spagat begann mit dem Konzil von Nicäa (325 n. Chr.). Dazu ein Video mit Gedanken von Baruch de Spinoza (24.Nov. 1632 – 21. Feb. 1677):
Gott ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnt – so lautet es im christlichen Glaubensbekenntnis. Es ist dies eine Verdrehung von Joh 1,14 wo „das Wort Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat.“ Wenn das Wort Fleisch geworden ist, so bedeutet das nur, dass Gott sein Wort eingelöst hat und er einen Messias oder was auch immer gesandt hat und noch lange nicht, dass er selbst Fleisch angenommen hat. Letztlich ist die ganze Schöpfung durch das Wort bzw. den Willen Gottes entstanden. Da müsste nach der selben Logik die ganze Schöpfung Gott selber sein und somit auch jeder einzelne von uns.
Man findet immer und überall, dass beim guten Weizen auch viel Unkraut mitwächst und man etwa wie hier aus Spiritualität eine Religion macht bzw. schon oft gemacht hat. Politische, selbstsüchtige Zwecke verdrehen, verbiegen und letztlich auch missbrauchen göttliche/absolute Dinge, um selbst am Absoluten und Ewigen teilhaben zu können und um so eine Legitimation zu erhalten. Alle Religionen sind politische Instrumente und niemand dürfte das wohl besser verstanden haben als Konstantin I (27.Feb. 270/288 – 22.Mai 337). Wenn heute von einem politischen Islam die Rede ist, so ist man da wohl auf beiden Augen blind und vergisst, dass das eine lange und alte Tradition hat.
Der noch viel größere Brocken dürfte aber wohl der sein, dass Jesus als historische Figur nie gelebt oder je existiert hat. Für unsere eigene Gottesbeziehung ist es einerlei, ob die Sache sich nun so oder vielleicht doch etwas anders verhält. Wir werden hier aber noch mit einem späteren weiteren Beitrag genauer in Letzteres einsteigen.
- wird fortgesetzt – (politischer Jesus II)
<<<< * >>>>
Zu dem Adler sprach die Taube:
„Wo das Denken aufhört, da beginnt der Glaube.“
„Recht“, sprach jener, „mit dem Unterschied jedoch:
Wo Du glaubst, da denke ich noch.“
Ludwig Robert (16. Dez. 1778 – 5. Juli 1832)
siehe auch:
Der gordische Knoten ... ;-))
Gott und Mensch zugleich
Die Gaukler Gottes
ich bin katholisch
- Details
- Written by: Famulus
- Category: cat_proph

Johannes vom Kreuz (24.Juni 1542 – 14.Dez. 1591), ein Mystiker und Heiliger der katholischen Kirche, prägte den Ausdruck „geistige Nacht“. Wie in unserem Newsletter August 2025 durch Carl Gustav Jung angedeutet, ist eine echte mystische spirituelle Erfahrung für jeden ein tiefgreifendes Erlebnis. Göttliche Erlebnisse selbst durchwandert man in einem seelischen Ausnahmezustand, wo man selbst orientierungslos und wie ferngesteuert Tage, wenn nicht sogar Monate körperlich abgehoben dahinsiecht. Es ist vergleichbar mit einer Nahtoderfahrung, wo man nicht den Tod als schmerzhaft erlebt, sondern die Rückkehr zum Leben mit Intensivstation und längerer körperlicher Leiden. Es ist das langsame wieder verschwinden des Göttlichen, was einen wie eine leere ausgebrannte Hülle ohne Kraft, Ziel und Orientierung zurück lässt. Gott zieht sich zurück, damit wir ein selbständiges, eigenverantwortliches Leben führen können1. Gott will und braucht keine Sklaven! Es gibt nur sehr wenige, die stark genug sind, um eine solche göttliche Annäherung in einer angemessenen Zeit gut zu "verdauen".
1... siehe etwa die Erklärung der Himmelsleiter in Rechte und linke Christen
Keine Frage – ein echter Mystiker steht mehr in der Verantwortung als jeder normale Bürger und wird einst sicher auch strenger gerichtet. D.h. einem Kind wird öfter, mehr und anders geholfen als einem Erwachsenen. Der Umgang mit einem Erwachsenen ist auch ein anderer als ein Umgang mit einem Kind. So Gott sich nicht mehr auf die selbe Weise meldet als „früher“, sollte das niemanden dazu verleiten zu sagen, die Erlebnisse wären wohl „besondere kosmische“, vielleicht wissenschaftlich noch nicht geklärte Phänomene gewesen und Gott als solcher existiere nicht oder nicht mehr. Jeder Mystiker wird sich um seine eigene Sprache mit Gott bemühen müssen, die oft viel ehrlicher, leiser und feiner sein wird als all das Geplärr der Welt. - bleiben Sie ein treuer Leser dieser neuen Rubrik ….