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Die Wahrheit siegt, aber sie kann nur siegen, wenn sie gesagt wird. (Johann Hus 1369-1415)

Religionsunterricht

Unser Eingottglaube scheint noch in den Kinderschuhen zu stecken, wenn man ansieht wie wir Gott unseren Kindern zu vermitteln versuchen. Was denkt ein Kind, das über den „einen, die ganze Welt liebenden Gott“ unterrichtet wird und dabei von seinen Klassenkameraden getrennt wird (weil man ihm einzureden versucht, dass Gott es so will). Im Sexualkundeunterricht hat man sich schon lange allem Puritanismus entledigt und niemand trennt hier irgendeine Klasse, weder in Buben und Mädchen, noch entsprechend ihrer Herkunft, ihrer Weltanschauung noch nach ihrem Reifegrad, der auch innerhalb eines Jahrganges sehr unterschiedlich ist und sein kann. Es ist eine Schande für jeden Christenmenschen, dass gerade jenes Fach, das Gott und die Liebe lehren sollte, das Fach ist, wo Mauern und Grenzen aufgebaut werden und wo die ersten nicht familiären, sondern von der Gesellschaft erzwungenen Ausgrenzungen persönlich und hautnah erlebt werden. Was hier gemacht wird ist nichts anderes als eine Familien- oder Stammesfehde. Jeder sollte bemüht sein den Streit mit seinem Nächsten noch vor seinem eigenen Tod zu bereinigen und jedem nimmt man es mit Recht übel, wenn er seinen Streit an seine Nachkommen weiter gibt. Im Religionsunterricht machen wir aber genau dieses. Die Kinder werden in den Streit unserer Vorfahren hineingezogen. Sind wir unfähig die Fehler unserer Väter zu sehen oder sind wir nur zu schwach unsere Fehler einzugestehen ? Keines von beiden wäscht uns von der Verantwortung gegenüber unseren Kindern frei. Wir können 100mal versuchen unsere Hände wie Pilatus in der Öffentlichkeit zu waschen, es wird uns nichts nützen.

 

Um die Ökumene ist es recht still geworden. Es wird hin und wieder noch da oder dort ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten, damit scheint aber auch schon alles getan zu sein. Wie wäre es mal mit einem wirklichen erstgemeinten ökumenischen Religionsunterricht ? Wie wäre es, wenn wir unsere Kinder in dem erziehen und belehren würden, was uns gemeinsam ist und uns verbindet ? Ist unser eigener Glaube so schwach, dass wir befürchten, er könnte gefährdet sein, wenn wir ihn mit dem Glauben eines anderen messen müssten ? Was ist der Glaube, den wir unseren Kinder mitgeben wollen, wert, wenn wir ihn vor unserem Mitbruder verstecken müssen ? Es mangelt sicher nicht an Lösungen und Ideen, wie man so einen ökumenischen Religionsunterricht einrichten könnte, sondern an dem Willen einen solchen zu wollen. Ein gutes vorgelebtes Beispiel wäre mehr als 1000 Religionsstunden, in denen reden und handeln nicht übereinstimmen.

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